Der Moment der Entscheidung

Der Moment der Entscheidung

Wie Werte in schwierigen Situationen helfen können

Jeden Moment in unserem Leben tun wir irgendetwas. Selbst wenn wir schlafen, machen wir etwas. Dabei beeinflussen unsere Gedanken und Gefühle uns in dem, was wir tun. Oft ist uns das nicht bewusst. Das wäre ja auch sehr schwierig, wenn wir z.B. beim Fahrradfahren ständig überlegen müssten, wie die nächste Bewegung funktioniert. Wahrscheinlich würden wir dann umfallen…. Wenn wir allerdings mit unserem Verhalten unzufrieden sind und es ändern möchten, wird das auf einmal ein Thema: wie können wir unser Verhalten beeinflussen? Dazu hat einmal der Psychologe Viktor Frankl gesagt, dass zwischen dem Auslöser (unseren Gedanken und Gefühlen) und unserer Reaktion (also unserem Verhalten) ein Raum liegt. In diesem Raum, so hat er gesagt, liegt unsere menschliche Freiheit. D.h. wir Menschen können unsere Gedanken und Gefühle nur schwer oder fast überhaupt nicht beeinflussen. Aber unseren Umgang mit unseren Gedanken und Gefühle können wir wählen. Auch wenn uns das oft nicht bewusst ist.

Unsere Wahl kann dabei in zwei Richtungen gehen:

  1. Wir wählen unser Verhalten so, wie wir als Mensch gerne sein möchten. D.h. wir bewegen uns in die gewünschte Richtung und handeln effektiv.
  2. Wir bewegen uns weg von dem Verhalten, wie wir als Mensch gerne sein würden. Wir verhalten uns ineffektiv.

In einer schwierigen Situation kann es nun passieren, dass uns unsere unangenehmen Gedanken beherrschen und wir deshalb uns nicht in der Lage sehen, uns so zu verhalten, wie wir es gerne tun würden. Das ist so, als ob wir am Haken hängen würden. „Am Haken“ bedeutet, dass unsere Gedanken und Gefühle uns beherrschen. Wie an einer Angel werden wir herumgewirbelt und wie eine Marionette werden wir zu einem ineffektiven Verhalten hingezogen.

Wenn wir am Haken hängen, dann dient unser Verhalten nur dazu, unsere unangenehmen Gedanken zu vermeiden. Das zeigt sich z.B. so:

  • Rückzug (Wir weichen der Situation aus und machen nichts)
  • Ablenkung (z.B. Essen, Rauchen, Surfen im Internet, Frustkaufen)
  • Angriff

Doch es gibt eine gute Nachricht: Der Umgang mit negativen Gedanken kann trainiert werden. Einer der wichtigsten Helfer dabei sind Werte. Wenn wir wissen, wer oder was uns wichtig ist, welche Art von Mensch wir sein wollen – also unsere Werte kennen – fällt es uns leichter, Hin-Zu-Bewegungen zu machen. Werte sind dann Wegweiser. Eine erste Hilfe, um in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist die HALT-Übung:

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